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  • Das Europäische Parlament

    Das Europäische Parlament

    Es sieht aus wie ein unfertiger Bau. Das Europäische Parlament in Straßburg hat im wahrsten Sinne des Wortes, Luft nach oben. Was unvollkommen wirkt, ist genauso gemeint. Das offene Dach ist ein Symbol: es zeigt der Welt, dass der Bau der europäischen Demokratie nicht abgeschlossen ist, sondern weitergeht. Europa wird weiter gebaut, sagt es der Welt.

    Straßburg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Symbol der Versöhung ausgewählt. Die wurde schon 1949 durch die Zuteilung als Sitz des Europarates zementiert. Seit 1958 ist die Grenzstadt zwischen Frankreich und Deutschland auch Sitz der Europäischen Parlamentarischen Versammlung, die 1962 schliesslich in „Europäisches Parlament“ umbenannt wurde. Ich erreiche Straßburg von der deutschen Seite an einem warmen sonnigen Abend. Menschen flanieren überall in den Strassen. Die Rheinbrücke in Kehl ist die ehemalige Grenze zwischen den beiden Ländern. Nichts erinnert daran, dass es hier einmal eine Grenze gab. Ich konzentriere ich mich auf den emsigen Stadtverkehr und gleite praktisch nach Frankreich hinein. So fällt mir erst als ich französische Verkehrszeichen sehe auf, dass ich nicht mehr in Deutschland bin. Hier sieht es tatsächlich so aus als sei Europa vereint.

    Seit 1979 werden die Abgeordneten des EU-Parlamentes direkt gewählt. Deutschland stellt als bevölkerungsreichstes Migliedsland 96 der insgesamt 720 Abgeordneten, die rund 450 Millionen EU-Bürger repräsentieren. Gewählt werden die Abgeordneten für eine Dauer von fünf Jahren. Das EU-Parlament besitzt Legislativ-, Haushalts- und politische Kontrollbefugnisse. Interessanter Fakt: das EU-Parlament ist die größte, in allgemeiner und unmittelbarer Wahl gewählte parlamentarische Versammlung weltweit. Das Gebäude besticht mit beeindruckenden Zahlen: 13000 Quadratmeter Glasfassade, Gesamtfläche 220000 Qudratmeter, 1133 Büros, 18 Sitzungssäle, der Plenarsaal bietet Platz für 750 Abgeordnete. Es wurde 1999 fertiggestellt.

    Nicht nur das Dach hat hier symbolischen Charakter. Die beeindruckende Glasfassade spiegelt sich im Wasser des Flussel Ill und symbolisiert so die demokratische Transparenz der Europäischen Union.

    Beeindruckt hat mich auch die Altstadt Straßburg’s und ich empfehle für den Besuch mindestens einen zusätzlichen Tag einzuplanen. Neben dem Münster mit der astronomischen Uhr bietet Straßburg mittelalterliches Flair. Die Geschichte der Stadt enthält unzählige deutsche und französische Einflüsse, die es zu erkunden lohnt. Und eine gemütliche Bootsfahrt auf der Ill bietet eine weitere spannende Möglichkeit die Stadt zu erleben.

    https://visiting.europarl.europa.eu/de