Europa wird von Amerika überrollt

Debatte: Wie kann Europa seine Vielfalt erhalten

Auf Spiegel online habe ich im Juli 2025 eine Kolumne von Rene Pfister gelesen, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Der Titel „Der wahre Grund, warum wir uns gegen Trump und das Silicon Valley wehren müssen„.

Dieser Artikel hat mich so fasziniert weil ich ein Vorurteil mit vielen anderen teile: Amerikaner sind oberflächlich und haben keinen Sinn für Tradition. Wie bei Vorurteilen üblich sollten wir auch dieses als nicht gemeingültig hinnehmen. Ich selbst hatte bisher nie die Gelegenheit in die USA zu reisen, aber ich habe mit einigen Amerikanern zusammengearbeitet in verschiedenen Teilen dieser Welt. Und wenn ich will, finde ich bei einigen dieses Vorurteil bestätigt, bei den meisten jedoch nicht.

Was Rene Pfister nun in seiner Kolumne beschreibt hat mich allerdings sehr nachdenklich gestimmt. Demnach setzen die Amerikaner ohne Rücksicht auf andere Völker und Nationen knallhart ihre Idee vom Kapitalismus durch. Es schert sie nicht die Bohne, dass dabei die Gefahr besteht ganze Kulturen auszulöschen. Nun hat der erfahrene Journalist sechs Jahre lang das Spiegel-Hauptstadtbüro in Washington D.C. geleitet und daraus schließe ich, daß er weiß wovon er schreibt. Und genau deshalb macht es mich betroffen wenn ich lese „Wir werden uns gegen Trump und das Silicon Valley nur wehren können, wenn wir lernen, unsere Interessen genauso aggressiv durchzusentzen wie die Amerikaner ihre. Es ist ein Trauerspiel, dass Trump den Europäern Zölle aufzwingen konnte, ohne dass die EU auch nur versucht hat, sich ernsthaft zu wehren.“

In seiner Kolumne führt er, wie ich finde, schlüssig aus wie uns der radikale Kapitalismus und Pragmatismus der Amerikaner überrollt und sie immer reicher werden und wir immer ärmer und damit abhängiger. Pfister beschwört die europäischen Eigenschaften und die Sturheit daran fest zu halten.

Nun sind Zölle das eine, aber wenn unsere Kultur und unsere Gewohnheiten bedroht werden dann, finde ich, ist es höchste Zeit sich dagegen zu wehren. Pfister beschließt seine Kolumne mit dem Satz „Aber ich würde ungern in einer Welt aufwachen, in der wir Europäer nur noch die pittoreske Kulisse für reiche amerikanische Touristen bilden“.

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Soll Europa bleiben wie es ist, mit allen Vor- und Nachteilen? Oder sollen wir den Amerikanern folgen und für mehr Reichtum unsere Ideale opfern? Schreibt mir doch gern wie ihr das seht. Ich freue mich auf eure Kommentare und hoffe auf rege Beteiligung.

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